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Auszug aus "Der Schwarze Freitag"

Dokumentarspiel von 1966
Drehbuch: Maria Matray, Answald Krüger
Regie: August Everding, Günter Meincke

Im Frühjahr 1932 beauftragte der Kongress der Vereinigten Staaten den Senat, eine Untersuchungskommision einzusetzen, die in einem Hearing die Geschäftspraktiken der New Yorker Börse überprüfen sollte. Richard Whitney, Geschäftsführer einer Brokerfirma, amtierender Präsident der New Yorker Börse sowie Bruder eines Teilhabers bei J.P. Morgan wurde mehrmals zu diesen Senatsuntersuchungen eingeladen. Zum Zeitpunkt des Crashs im Herbst 1929 war er Vizepräsident der Börse.


Senator Brown:    
Wo ist der Unterschied zwischen einem Leerverkäufer und einem Spieler? Wenn jemand keinen Dunst von dem wirklichen Wert einer Aktie hat, wenn er kaum weiß, was die Gesellschaft, die sie heraus gibt, produziert, wo die Fabrik steht, wer sie leitet; wenn er nur darauf tippt, dass sein Papier an einem Tag anders bewertet wird als am anderen - das nenne ich Spielen! Wie nennen sie das?

Whitney:
Spekulation. Ich nannte das Wort bereits.

Senator Caldwell:   
Und die halten sie für unerlässlich?

Whitney:   
Ohne Spekulation gibt es keinen balancierten Markt, sie wirkt ausgleichend wie ein Pendel.

Senator Melotti:   
Mit ihrer Pendelspekulation haben sie unser Land in die schlimmste Panik gestürzt. Sie haben die Börse zu einem großen nationalen Spielcasino gemacht und ein Drittel unserer Bürger zu Bettlern und Bankrotteuren.

Whitney:    
Wir haben die Panik nicht verschuldet. Wir haben das Land groß gemacht, wir haben ihm Ansehen verschafft in der Welt - durch Spekulation. Ich behaupte hier und das ist meine fest Überzeugung, dass Amerika nur durch Spekulation zu dem geworden ist, was es heute ist. Unsere Zukunft hängt davon ab, ob dieser kühne, spekulative Geist erhalten bleibt. Spekulation gehört zum täglichen Leben, nicht nur an der Börse. In jedem modernen Gemeinwesen spielt sie eine entscheidende Rolle. Sie bedeutet Freiheit der wirtschaftlichen Entfaltung, Freiheit der persönlichen Initiative.

Senator Caldwell:   
Das ist das alte Lied der Börsianer. Das kennen wir, Mr. Whitney. Für mich ist Spekulation dasselbe wie irgendein idiotisches Glücksspiel. Beides kann manipuliert werden. Die einen spielen mit gezinkten Karten und präparierten Würfeln und die anderen, die beeinflussen die Kurse, schließen sich zu Pools und Syndikaten zusammen, tätigen Scheinverkäufe, bewegen Preise künstlich oder halten sie künstlich und was es sonst noch alles gibt.(...)
Meine Absicht und ich glaube die aller meiner Kollegen hier ist es, die von Ihnen so gepriesenen Spekulanten in Zukunft daran zu hindern, die Bankeinlagen unserer Bürger für fragwürdige Transaktionen zu nutzen.

Whitney:
Dann können Sie den Banken auch gleich verbieten, Kredite für Grundstücke oder Häuser herzugeben.

Termine

  • 11. Februar 2011 (Freitag), 20:00 Uhr
  • 13. Februar 2011 (Sonntag), 20:00 Uhr
  • 19. Februar 2011 (Samstag), 19:30 Uhr
  • 20. Februar 2011 (Sonntag), 20:00 Uhr
  • 04. März 2011 (Freitag), 20:00 Uhr
  • 05. März 2011 (Samstag), 20:00 Uhr
  • 26. März 2011 (Samstag), 20:00 Uhr
  • 27. März 2011 (Sonntag), 20:00 Uhr
  • 01. April 2011 (Freitag), 20:00 Uhr
  • 02. April 2011 (Samstag), 20:00 Uhr
  • 17. September 2011 (Samstag), 19:30 Uhr

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