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Brot für die Welt

Weltweit sind die Preise für Getreide gestiegen, seit Händler und Anleger massiv mit den Agrarprodukten spekulieren. (…) Die Situation hat sich zugespitzt, denn Spekulanten haben 2008 und jetzt 2010 den Weizenpreis regelrecht explodieren lassen (von 100$/t im Jahr 2000 auf 480$/t in 2008). Dabei gibt es derzeit genug Weizen auf der Welt. (…) Der Markt hat sich entscheidend verändert heißt es. Obwohl es genügend Getreide gibt, jagen die Preise in die Höhe (…). Matin Qaim ist Agrarökonom und berät die Bundesregierung. Auch er beobachtet, dass sich weltweit Kapital neue Anlagemärkte sucht. Prof. Matin Qaim: „Jetzt ist in den vergangenen Jahren, insbesondere seit der Immobilienkrise folgendes passiert: Es sind Milliarden von Geldern, die vorher in diesen Märkten investiert waren umgeschichtet worden und zunehmend auch in Rohstoffmärkte und unter anderem auch in Agrarmärkte reingebracht worden. Das heißt also, das Finanzvolumen mit dem heute spekuliert wird auf den Agrarmärkten, ist sehr sehr viel größer.“ Das gilt vor allem auch für den Weizenmarkt. Betrug das Anlagevolumen 2003 nur 13 Milliarden, stieg es 2008 auf 318 Milliarden Dollar. Eine gewaltige Spekulationsblase. Und noch immer werben Banken weltweit um Anleger. So lockt die Royal Bank of Scotland mit einem - Zitat -  „nachhaltigen Anstieg bei den Rohstoffpreisen“ und auch die Deutsche Bank verspricht - Zitat - „viele Agrarrohstoffe bieten ein attraktives Chancen-Risiko-Profil und attraktive Renditechancen.“ 

Renditen zu Lasten der Armen in der dritten Welt. Selbst in Ägypten kam es bereits zu Hungerrevolten, weil die Menschen sich ihr tägliches Brot nicht mehr leisten können. Folge gestiegener Getreidepreise. Die Hälfte der Bevölkerung lebt an der Armutsgrenze, verdient gerade mal 2 Dollar am Tag und davon müssen sie das allermeiste für Essen ausgeben. Ralf Südhoff (vom UN-Welternährungsprogramm): „Wenn dann das Essen schlagartig, und sei es durch Spekulationen, doppelt so teuer wird weltweit, wird es völlig unbezahlbar. Die Folge haben wir vergangenes Jahr gesehen. Dort wurden allein 100 Millionen Menschen zu Hungernden binnen eines Jahres. Das hat es noch nie zuvor gegeben. Und das, weil Essen so unbezahlbar geworden war."

Frontal 21 vom 24.08.2010

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